„CouLe“-Preis für couragierte Lesben an Politologin María do Mar Castro Varela

11.06.2017 17:02

Preisträgerin: Prof. Dr. María do Mar Castro Varela

(Text und Bilder von LAG Lesben in NRW e.V.)

"CouLe – Preis für couragierte Lesben“: Unter diesem Namen startete die LAG Lesben in NRW 2017 ihre Neukonzeptionierung des vorherigen Augspurg-Heymann-Preises. Vor rund 140 geladenen Gästen nahm am Sonntag die Politologin Prof. Dr. María do Mar Castro Varela die Auszeichnung im Bochumer Jahrhunderthaus in Empfang. Mit der CouLe möchte die LAG Lesben Frauen öffentlich würdigen, die in ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern engagiert für die Interessen von Lesben und gegen Diskriminierung eintreten.

„Der Name mag sich geändert haben, Zielsetzung und Absicht sind aber dieselbe geblieben“, knüpfte Moderatorin Dr. Ann-Marie Krewer die Verbindung zwischen altem und neuem Preis und führte die Vision bis zu Adorno fort: „Zu erreichen, dass wir alle ohne Angst verschieden sein können.“
Staatssekretärin Martina Hoffmann-Badache vom NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter betonte in ihrem Grußwort die Notwendigkeit von „Vorbildern und Vorkämpferinnen für eine offene Gesellschaft, in der Vielfalt als Bereicherung erkannt wird.“ Sie würdigte die politischen Anstrengungen der letzten Jahre. Dass es in unserer Gesellschaft dennoch so viele Vorurteile gibt, liege auch daran, so Hoffmann-Badache, „dass es an Wissen über queeres Leben fehlt.“

Dieses Wissen zu vermitteln, darin sieht die diesjährige CouLe-Preisträgerin ihre wichtigste Aufgabe. Dabei müssten wir alle, auch die Community selbst, „insbesondere die im Blick haben, die maximal verletzlich sind“, so Castro Varela. „Leid und Schmerz müssen Teil dessen werden, das wir versuchen zu verstehen und zu verändern.“

Laudatorin Gema Rodriguez Diaz von der Integrationsagentur im Kölner rubicon erklärte: „María do Mar Castro Varela war eine der Ersten, die im Thema Antirassismus-Training und Empowerment gearbeitet hat. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten haben die Frauen- und Geschlechterforschung, die Queer Studies, die postkoloniale Theorie und die Rassismusforschung entscheidend geprägt.“ Viele dächten von ihr als eine „queer-feministische Superheldin“, so Rodriguez Diaz. Sie selbst würdigte die Preisträgerin als „präzise und analytisch denkende“ Frau „von messerscharfem Intellekt, Offenheit, Neugierde und Bereitschaft zur Auseinandersetzung auf Augenhöhe.“ Besonders hob sie die Wirkmacht von Castro Varelas Arbeiten hervor: „Wer ihre Texte liest, denkt danach anders. Ihre Texte, Vorträge und Seminare regen dazu an, Privilegien zu reflektieren, aber auch nicht dabei stehen zu bleiben, sondern aktiv zu werden, queere Utopien zu entwickeln und Allianzen und Bündnisse zu schließen, die Grenzen überwinden.“

Quelle und weitere Informationen: http://couragierte-lesben-preis.nrw/verleihung-2017/

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