Schwul-lesbisch und mehrgenerationell: innovative Altenpflege im Fokus der Forschung

05.01.2014 22:36

Die über zwei Jahre angelegte Fallstudie „Gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Selbstbestimmung im Alter – Milieusensibles und selbstbestimmtes Wohnen im Alter als Beitrag innovativer kommunaler Altenhilfe?“ (GLESA) untersucht den „Lebensort Vielfalt“, ein Wohn- und Pflegeprojekt für homosexuelle Seniorinnen und Senioren in Berlin, das Mitte 2012 eröffnet wurde. In seiner Größe und Ausrichtung ist dieses Wohnprojekt bislang einzigartig in Deutschland und Europa.

Die Studie soll einen Beitrag dazu leisten, die Wohn- und Gesundheitssituation älterer „queerer“ Menschen in Deutschland zu erforschen und neue Tätigkeitsfelder von Pflegediensten auszuloten. „Auf dem Gebiet von Pflege und Altenhilfe vollbringt unsere Forschung Pionierarbeit“, sagt Projektleiterin Prof. María do Mar Castro Varela von der ASH. „Wir möchten unter anderem herausfinden, was bei älteren beziehungsweise pflegebedürftigen Schwulen und Lesben besonders zu beachten ist und wie sich etwa eine Sensibilisierung von Pflegekräften erreichen lässt.“

Daten über die Lebensbedingungen von älteren Homosexuellen in Deutschland gibt es kaum. Erstmals wurden sie im Altenbericht 2006 der Bundesregierung erwähnt, aber nicht erforscht. Die Wissenschaft geht davon aus, dass etwa vier Prozent der Bevölkerung schwul oder lesbisch ist – das gilt natürlich auch für die ältere Generation. In Berlin sind es nach amtlichen Schätzungen rund 40.000. In Fachmedien der Sozialen Arbeit kommt diese Zielgruppe jedoch so gut wie gar nicht vor.

Pflegeanbieter mit einer entsprechenden Ausrichtung auf diese Zielgruppe gibt es aber kaum.

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